And then I go and spoil it all by saying something stupid

5 Wochen, 4 Konzerte, 1 Fußballspiel, 1 Keller, 0 Fahrräder.

*Tusch* Ich habe nach fast zwei Jahren endlich einen Keller zugewiesen bekommen! Der ist zwar feucht, aber dennoch habe ich natürlich sofort die Chance genutzt, eine Menge unnützen Kram aus meiner Wohnung zu verbannen und habe dort nun endlich genug Platz für eine ordentliche Schlafzimmer-Enrichtung mein neues Fahrrad. Richtig, ein neues Fahrrad, denn mein heiß geliebtes Cube LTD wurde gestohlen. Vom abgeschlossenen Hof des Hauses, auf dem zur Tatzeit auch mehrere, nicht angeschlossene und teilweise recht hochwertige Räder der Freunde eines Hausbewohners standen… Meine Gedanken und Implikationen hier im Detail zu entwickeln, würde wohl – mangels Beweisen – den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen, also knirsche ich hier nur lauthals mit den Zähnen. Reden wir stattdessen über etwas Schönes. Nein, nicht über mich, über Musik.

Ensiferum in Glauchau
Ich habe mir sagen lassen, eines der Markenzeichen von Ensiferum sei die schnelle, aggressive Double-Bass-Arbeit. Leider habe ich mir das erst _nach_ dem Konzert sagen lassen. Zugegeben, Schlagzeug und vor allem am Bass waren toll gespielt und die Band bot eine gute Show, aber letztlich war es einfach nicht meine Musik. Dennoch war es ingesamt ein guter Abend, also: No regrets! Gesehen, abgehakt, muss nur nicht unbedingt noch einmal sein.
Die Vorbands Profane Omen und „Amoral“ vervollständigten den flotten, finnischen Dreier und schlugen (droschen?) zumindest live in eine ähnliche Kerbe. Auch nix für mich. Weiter!

Hannes Wader
Warum habe ich den Mann mit der markanten Nase Stimme erst in den letzten Jahren für mich entdeckt? Ich hätte Hannes‘ Konzerte nun schon zwanzig Jahre lang besuchen können und dennoch saß ich am 11.11.2012 das erste Mal in einem solchen. Ich kann nur hoffen, dass ich mir mit siebzig Jahren noch so viel Energie, Freude und Bissigkeit bewahrt haben werde. Wo andere Künstler altersmilde werden oder „zu einem servilen, giftigen Gnom“ mutieren sinniert Hannes in seinem „Lied vom Tod“ augenzwinkernd darüber, dass er zwar sein Leben lang ein Linker gewesen sei, aber kurz vor seinem Tod noch der NPD beitreten möchte, damit er in der guten Gewissheit abtreten könne, dass da ein rechter Schweinehund stirbt statt eines aufrechten, linken Demokraten. Kurz: Es war toll, bitte komm bald wieder Hannes!

Die Toten Hosen
Was soll ich sagen? Groß war es! Das Aufwärmprogramm übernahmen Useless ID aus Israel – und die waren alles andere als nutzlos, da musste ich zuletzt ganz andere Vorbands erleiden. Sodann folgten zwei Stunden brüllen, singen, hüpfen und rempeln. Neben vielen neuen Songs, die live teilweise besser funktionieren, als auf dem Album und dem inzwischen schon unvermeidlichen Clash-Cover „I fought the law“ ist auf der aktuellen Tour auch „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten auf der Setlist.
Sicher, das alles ist inzwischen irgendwie kommerziell und die Jungs kommen in die Jahre, aber – und das ist für mich die Hauptsache – es macht immer noch gewaltigen Spaß. Viel mehr muss man dazu eigentlich auch nicht mehr sagen, ich freue mich jedenfalls unheimlich auf das Doppel Broilers/Hosen im Dezember und das Open-Air-Konzert auf den Elbwiesen in Dresden.
Ein interessantes Detail am Rande: Auch Campino gestand während des Konzerts, dass er Hannes Wader viel zu spät für sich entdeckt habe. Und wenig später sangen drei Tage nach Hannes‘ Konzert schon wieder ein paar tausend Leute „Heute hier, morgen dort“… wundervoll.

Foodwatch im Feindesland:
Zum Spiel gegen die zweite Mannschaft von Cottbus erfüllte ich mir mal wieder den Wunsch nach einem Live-Kick und stellte mich mit Leo kurzerhand bei Rote Brause Leipzig in die Kälte. Über den Kick gibt es wenig zu sagen. Rote Brause war überlegen, die Tore folgerichtig, zwei sogar schön herausgespielt. Allerdings interessierte uns bei dieser Paarung das Ergebnis ziemlich wenig und so konzentrierten wir uns auf Fachgespräche über den glorreichen Chemnitzer FC und unterzogen die Qualität der Stadionverpflegung einem umfangreichen Test. 😉 Im Ergebnis muss man Rote Brause Leipzig ein Lob aussprechen: Das Fischbrötchen (mit Sauerkraut!) war geradezu unverschämt lecker und mit zwei Euro recht günstig. Auch die Currywurst wusste zu gefallen, lediglich bei der Bulette bemängelte Leo, dass sie etwas zu lang gebraten und zu fest geraten war. Zusammen mit dem für Regionalligaverhältnisse ordentlich Spiel der Gastgeber kein ganz übler Abend. Es geht doch RB Leipzig!

Into-Darkness-Festival
Am 20.11.2012 gastierte das Into-Darkness-Festival im Hellraiser in Leipzig. Moment, ein Festival? Meiner Meinung nach ist das eine unglückliche Formulierung, aber ich muss zugeben, dass „Pain & Moonspell mit drei Vorbands“ auf den Plakaten sicher nicht ganz so schmissig gewirkt hätte. 😉
Erster und wichtigster Eindruck: Meine Güte war das laut. LAUT! Ich mag es ja selbst ganz gern, wenn der Bass die Seele massiert, aber das war einfach übertrieben. Selbst mit in den tiefen meiner Gehörgänge vergrabenen Ohropax war speziell Moonspell kaum zu ertragen und gefühlt lauter, als eine Woche vorher die Toten Hosen ohne Gehörschutz.
Die Bands in Kurzform: Direkt nach unserer Ankunft begannen „Scar of the Sun“ und was sie spielten (melodischer, mittelschneller Metal) war gar nicht so übel. „Lake of Tears“ folgte und wusste ebenso zu gefallen. „Swallow the Sun“ und „Moonspell“ waren überhaupt nichts für mich und ich war froh, als mit „Pain“ die letzte Band das Abends antrat. Deren Industrial-angehauchtes Programm war schon deutlich mehr nach meinem Geschmack. Mit „Same Old Song“, „Shut You Mouth“ und „Dirty Woman“ hatte die Band sogar ein paar richtig fette Bretter mit Mitgröhlpotenzial im Programm. Einige schnellere Stück waren mal wieder nicht nach meinem Geschmack, aber insgesamt waren die (laut Selbsteinschätzung des Frontmannes Peter Tägtgren) „four idiots on fire“ ziemlich sehenswert.

Und sonst? Sonst höre ich viel WIZO, gehe semi-regelmäßig mit dem Karsten schwimmen, frage mich, wie Menschen tief genug sinken können, mir im Schwimmbad das Duschbad zu klauen*, freue mich auf Teneriffa, bin genervt davon, dass in kurzer Folge zwei Besucher unbedingt mit der Zahnbürste durch die Wohnung rennen und jeweils frisch gewaschene Sachen mit Zahnpasta bekleckern mussten**. Außerdem will ich zurück in den Nexus (a.k.a. Kalifornien), war dieses Jahr noch nicht Kleve und finde es draußen entschieden zu kalt.

* Ich beginne ein Muster zu sehen. Rollenspielkram aus dem Auto, Fahrrad aus dem Hof und nun dieser unfassbare Tiefschlag. 😉
** Beim ersten Mal habe ich es rechtzeitig gesehen, zuletzt habe ich den Fleck auf dem Hemd erst _im_ Büro bemerkt. Gnah.

Ein Gedanke zu „And then I go and spoil it all by saying something stupid

  1. Anonymous

    Kommt da nicht nochn Konzert bald (Frau T?).

    Zu dem letzten Absatz: Manch einer wär vielleicht froh, dass er Gäste hat, die überhaupt die Zahnbürste benutzen..

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