Manchmal wünscht ich, es wär noch mal viertel vor sieben

Eigentlich bin ich ja versucht so etwas zu schreiben wie: „Ronny, ich, 2 Fahrräder, Fläming-Skate, 90.63 km, ’nuff said!“ aber seit dem letzten regulären Update ist ja doch einiges passiert und ähnlich wie Karsten kann ich nicht einmal so genau sagen, warum ich so wenig schrieb.

Zunächst habe ich beschlossen alles, was im weiteren Sinn mit Fotografie zu tun hat, aus dem Blog auszulagern. Da mattiseidel.de von einem Raser belegt wird, der sich mit meinem guten Namen schmückt (;-)) geht es hier entlang: http://www.mattiseidel.com. Das ganze ist nicht gedacht, um jedem zu zeigen wie toll ich bin (bin ich nicht!), sondern als Begleitung, Erinnerung und um vielleicht eine Entwicklung aufzuzeigen.

Im Juli war ich für einen unglaublich heißen Nachmittag und Abend in Berlin. Thema des Abends war ein Mafia-Sause mit den Sopranos. Die Serie war bis dahin völlig an mir vorbei gegangen, aber inzwischen verstehe ich die vielen „Bada Bing!“-Shirts bei Freunden und bin geradezu begeistert. Noch besser als die Serie war es natürlich wieder einmal all die Nasen zu treffen, die man einfach viel zu selten sieht. *seufz*

Im August standen dann unser traditionelles Treffen im ehemaligen Pionierlager Truckenthal und ein Besuch bei Marcus in Stuttgart an. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer das Pokerturnier in Truckenthal gewonnen hat (Na gut, es war Andreas. *heul*), aber das war wieder einmal ein toller Tag mit tollen Leuten, die man ebenfalls viel zu selten sieht. *nochmal seufz* In Stuttgart hatten Ela und ich dann eine wunderbare Zeit bei Marcus. Wir streiften durch die Stadt, mussten einen Schirm kaufen, besuchten (und fotografierten) die erste Deutsche Meisterschaft im Men’s Roller Derby und feierten Marcus und das Team nach dem verdienten Sieg.

Nun aber zurück zur eingangs erwähnten Radtour mit Ronny. Am 14.09.2013 fuhren Ronny und ich in aller Frühe (das ist gelogen klingt aber total gut, oder?) zum Fläming-Skate. Wir waren beide eher mittelmäßig auf die Tour vorbereitet (das ist auch gelogen, „nicht“ würde es besser treffen), aber was sollte schon passieren, wir wollten ja schließlich gerade einmal 90 km radeln. 😉 Bei fantastischem Wetter machten wir uns auf den Weg und die ersten Kilometer flogen förmlich dahin. Sonne, Natur, Ruhe – es war herrlich. Nach circa 25 km nahm das Elend in Form in Form kontinuierlicher Steigung seinen Lauf und nach 33 km machten wir schließlich in Ließen unsere erste, kurze Pause. Wir tauschten die Räder, um die Vor- und Nachteile des eigenen Gefährts auszuloten und machten uns wieder auf den Weg. Nun folgte noch ein kurzer Anstieg zum höchsten Punkt der Runde und wenig später flogen wir am Sendeturm in Baruth vorbei auf eine wilde Schussfahrt durch den Wald. Wooohooo!

Unser Tempo war mit 20 km/h – gemessen an dem, was mit Rennrädern machbar wäre – eher gemütlich, aber Kilometer kamen und gingen, aus 45 wurden 50, 55 und schließlich 60. Interessant zu sehen waren zwei Rennradler die uns mit rund 28 km/h überholten (ich hab mich ran gehangen um das herauszufinden) und dabei quasi nur die Füße fallen ließen. Das muss der Rollwiderstand der schmalen Reifen sein… mit dem Gesamtgewicht der Fuhre kann das nichts zu tun haben!! 😉 Die Idee einer weiteren Pause wurde jedenfalls zunehmend verlockender, aber noch hielten wir durch. Kleine Anstiege sahen jetzt wesentlich bedrohlicher aus und nach zwei ordentlichen Antritten (einer ging seeeehr deutlich an Ronny, einer an mich) rollten wir schließlich bei Kilometer 69 deutlich angeschlagen auf einen kleinen Ruheplatz beim Freibad Oehna. Hier ließen wir uns etwas mehr Zeit, als beim ersten Stop und schließlich ging es mehr oder weniger gut weiter. Ungefähr bei Kilometer 80 stellte sich uns noch einmal eine kurze, harte Steigung in den Weg und während Ronny powerte gab mein Schaltwerk nur mahlende Geräusche von sich und ich war nicht ganz unglücklich absteigen zu müssen. 100 Meter schieben, danach ging es flach weiter und wir liefen auf eine Gruppe Radfahrer auf die ungefähr unser Tempo fuhr. Ronny war heiß die Gruppe stehen zu lassen, aber bei mir war gerade gar nichts mehr drin. Bei 85 km wurde es dann wieder etwas besser und wir flogen vorbei. Die Freude währte ziemlich genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich falsch abbog und wir die Gruppe wieder passieren lassen mussten. Ein letzter Anstieg, ein letzter Antritt, wir zogen erneut an der Gruppe vorbei. Bei mir war damit allerdings die Luft raus und Ronny machte mir den Lance, als er mit leichtem Tritt Meter um Meter davon zog. Respekt Junge, echt jetzt! Nach dem Anstieg waren es noch 2 Kilometer, wir drehten eine Ehrenrunde durch die Skate-Arena und wenig später dröhnte ein ganz unbescheidenes „We are the Champions“ über den Parkplatz und süßer Sieges-Nektar in Form einer Red-Bull-Cola rann durch unsere Kehlen. Was für eine tolle Sache, Ronny das müssen wir wiederholen. Die 100 ruft!

6 Gedanken zu „Manchmal wünscht ich, es wär noch mal viertel vor sieben

    1. Riipa

      Zählen Müsliriegel und Iso-Getränke als Doping? Und statt eines eBikes hatten wir Werkzeug, Schläuche und Getränke als Extra-Balast.

      Aber ja, hinterher waren wir gut durch und ziemlich stolz. =)

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  1. Steinbeißer

    Hi Riipa,

    sehr schön das zu lesen. Super was eine „zierliche“ Pladeuse und ein kleinder dicker Krieger alles hinkriegen. Stolz auf Euch!!

    Wenn Ihr das nächste Mal plant gebt mal Bewscheid. Ist ja quasi meine Heimatbase. 😉

    Und beim nächsten Mal vielleicht auch wirklich auf Blades.

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  2. Groupie

    himmelblau und fahrrad steht dir und tut dir echt gut. respekt.
    aber los, los! aktualisiere mal deine aktivitäten.
    ich will neues lesen. feed us with scandals.

    Antworten
    1. Riipa

      Yeah, Groupies! Zu Himmelblau sage ich die nächsten Tage/Wochen erstmal nichts. Die Herren Partykönige gehen mir gerade mächtig auf die Nerven.
      Skandale? Hmm, ich finde das Wetter skandalös schlecht. =)

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